Stimmt Ihr Lohn?
Der Kaufmännische Verband Zürich setzt sich für gerechte Löhne und gute Arbeitsbedingungen ein.
Jährliche Verhandlungen mit Arbeitgebern sichern Ihnen gerechte Löhne, faire Sozialleistungen, geregelte Arbeitszeiten und fortschrittliche Ferienregelungen!
Leitfaden für Lohngespräche
Sie sind der Meinung, dass Ihr Lohn nicht stimmt?
Unsere Empfehlung:
- Allgemeine Marktübersicht verschaffen (z.B. mit unseren Salärempfehlungen)
- Betriebliches Lohnstufenmodell beiziehen (sofern vorhanden)
- Aktuelle Qualifikationen und Zeugnisse beiziehen
- Schriftliches Argumentarium erstellen
- Besprechung mit dem Vorgesetzten vereinbaren
Unsere Tipps zu den Vorbereitungsarbeiten
Marktübersicht:
- Funktionsstufe gemäss Seite 8 unserer Salärempfehlung
(Info-Schrift Nr. 1) definieren - Überprüfen, ob ein regionaler Ortszuschlag gemäss Seite 5 unserer Salärempfehlung geltend gemacht werden kann.
- Altersstufengerechte Lohnbandbreite bestimmen
- Selbstkritische Einschätzung der Leistungsstärke und Erfahrung anhand der letzten Qualifikation
Lohnstruktur im eigenen Betrieb oder innerhalb der Branche:
- Beschaffen des branchenverbindlichen oder innerbetrieblichen Salärrahmens
- Beschaffen der Salärrahmen bei Firmen der gleichen Branche
Qualifikationen oder Zeugnisse:
- Zusammenstellen der Qualifikationen/Zeugnisse/Diplome der letzten drei Jahre oder seit der letzten Salärerhöhung
Termin mit Vorgesetzen vereinbaren:
- Grundangabe: Standortbestimmung und berufliche Zukunft diskutieren
- Wahl des Besprechungstermins: So vereinbaren, dass eine Lohnaufbesserung auf den betriebsüblichen Termin (meistens 1.1. des Folgejahres) erfolgen kann (erstes Gespräch sollte deshalb einige Monate vor dem neuen Kalenderjahr stattfinden)
Verhandlungen
Grundsätzliches:
- Die individuellen Leistungen darlegen
- Die Wirkung im Team hervorheben
- Die Erfolge bei der Kundschaft prägnant festhalten
- Die Entwicklung darlegen --> Zunahme der Verantwortung, Selbstständigkeit, Sicherheit (Entlastung des Vorgesetzten), Erfahrung, Leistung, Effizienz, Belastbarkeit, umgesetzte Ideen uva.
- Ihr Lohn im Marktvergleich
- Letzte Salärerhöhung und damalige Begründung
- Fehlender Teuerungsausgleich (seit wann, Kaufkraftverlust in %)
- Angemessene Erhöhung vorschlagen (klarer Rahmen, z.B. CHF 250.- bis CHF 350.- pro Monat
Beginn der Lohnverhandlung:
- Einleitung evtl. etwas formell; Dank für das Gespräch und berufliche Highlights erwähnen
- Vertrauen schaffen, ohne langfädig zu wirken
Hauptphase der Lohnverhandlung:
- Überzeugung äussern, dass eine Lohnerhöhung angebracht sei
- Vorbereitetes Argumentarium einsetzen
- Unterbrechungen durch Vorgesetzte/n zulassen, kurz und sachlich darauf eingehen und danach wieder auf das Argumentarium zurückkommen
- Weder provozieren noch sich selber provozieren lassen
- Überraschende Einwände entgegennehmen und erklären, dass Sie sich das Argument überlegen werden, sofern nicht überzeugend darauf geantwortet werden kann
- Notizen machen
- Nicht mit einer Kündigung drohen, falls eine Lohnaufbesserung verweigert wird
- Sofern Sie nach Ihren Absichten gefragt werden, was passiere, wenn der Lohn nicht erhöht werde, erklären, dass dies eine Enttäuschung bedeuten würde und alles andere offen sei
Abschluss der ersten Verhandlung:
- Falls Unklarheiten bestehen, zurückfragen, ob eine definitive Entscheidung im Moment möglich sei
- Sofern dies nicht der Fall ist, Bedenkzeit vereinbaren und nächste Besprechung festlegen
Weitere Verhandlungsrunden:
- Möglicherweise ist eine zweite Verhandlung nötig
- Bei Uneinigkeit oder Missverständnissen evtl. dritte Runde unter Beizug der Personalabteilung vereinbaren
